Ja, Nur ich bin normal | Interview mit Manuel Wagner

02:46




Heute habe ich auf meinem Blog einen jungen Autor zu Gast.
Das Buch von Manuel Wagner trägt den wunderschönen Titel "Nur ich bin Normal". 
Viel Spaß mit dem Interview 


Timo: Wie würdest du denen die dich nicht kennen dich vorstellen?

Manuel:

Ich bin Manuel und schreibe gerne schräge, humorvolle und satirische Romane mit (gelegentlich versteckter) Tiefe. Ich bin fast so verrückt wie ich schreibe. Schon immer konnte ich meine Deutschlehrer und Klassenkameraden mit ungewöhnlichen Texten beeindrucken, verstören und provozieren. Ich interessiere mich für Philosophie, Soziologie und Psychologie. Die beiden erstgenannten Fachgebiete, habe ich sogar vier Semester lang studiert. Was ich in dieser Zeit gelernt habe, fließt immer mal wieder in meine Texte ein. Ich lebe in einer mittelgroßen Stadt, wo man alle Annehmlichkeiten der Zivilisation genießen kann und gleichzeitig noch ausreichend Zugang zu wilder Natur hat. Momentan bin ich viel auf Twitter und Facebook unterwegs, weil ich auf diese Weise gut in Kontakt mit Menschen kommen kann, ohne dass sie mir zu sehr auf die Pelle rücken. Dort kann man mich und mein Schreiben kennenlernen. Außerdem bin ich Mitglied bei den BartBroAuthors, dazu später mehr.


Timo: Dein Buch grenzt sich wahnsinnig vom aktuellen Buchmarkt ab, wie bist du auf das Thema gekommen?


Manuel:

Meine Gedanken zu den Themen des Buches mussten einfach raus und die Abgrenzung zum aktuellen Buchmarkt wollte ich unbedingt. Ich lese selbst nicht gerade wenig und merke dabei, dass es am Buchmarkt eine sehr enge Norm gibt, was Erzählstil und Erzählweisen angeht. Ich habe das Gefühl, dass Verlage nicht mutig genug sind, aus dieser Norm auch mal auszubrechen. Dadurch übersehen sie andersartige Kunst, Kunst die Menschen abseits der Norm bewegen kann. Sicherlich gibt es immer wieder einmal spannende Geschichten, aber immer gleiche Erzählweisen machen vieles vorhersehbar und langweilt mich. Völlig einzigartig ist meine Erzählweise jedoch nicht. In der TV-Serie Mr. Robot zum Beispiel passt sich die Erzählweise dem psychisch außergewöhnlichen Protagonisten an, dabei überträgt sich seine Verwirrung hervorragend auf den Zuschauer. Das Werk provoziert und irritiert auf eine sehr geniale Weise. Roter Faden, Gedanken und Situationen sind wirr und brüchig, passend zum Protagonisten. So ist es auch in meinem ersten Werk. Als ich nach Veröffentlichung meines Buches Mr. Robot gesehen habe, fühlte ich mich in meiner Erzählweise bestätigt.
Außerdem ist zumindest mein erstes Buch geringfügig autobiographisch. Die Situationen, Gedanken und Gefühle des Protagonisten sind oft stark überzeichnete Gedanken und Gefühle aus meiner Vergangenheit. Im zweiten und dritten Teil wird allerdings kaum noch Autobiografisches einfließen, aber es gibt einen noch verstörenderen und unterhaltsameren Blick in meine Gedankenwelt und es werden viele Fragen gelöst werden, deren Antworten beim ersten Teil bewusst verborgen geblieben sind.

Timo: Was ist dir wichtig wenn du schreibst?

Manuel:

Schreiben ist für mich auch immer irgendwie Therapie. Ich tippe meine Emotionen gerne in die Tastatur. Meine Gemütszustände sind manchmal eine geniale Muse, manchmal ein Fluch, aber ich glaube ohne sie wären meine Geschichten nicht mal halb so gut. Sie wirken dadurch authentisch, sogar so authentisch, dass mich meine Mutter neulich besorgt gefragt hat, ob ich das wirklich alles so erlebt habe. Schreiben fühlt sich wie eine Gehirnreinigung für mich an. Also dieser ganze Schmutz aus meinem Gehirn befindet sich nach dem Schreiben in meinen Zeilen und verdreckt nicht mehr meinem Kopf. ;-)
Selbstverständlich ist mir beim Schreiben eine entspannte Atmosphäre wichtig. Computer und Programme sollten auch nicht streiken. Dann vergeht mir schnell die Lust.

Timo: Welche Erfahrung war in deinen Augen deine emotional positivste als Autor?

Manuel:

Mal überlegen. Es gab bereits viele schöne Erfahrungen als Autor. Ich bin, glaube ich, leider ein ziemlich unsicherer Mensch, und zweifle sehr stark an mir. Das mag gut sein, weil man dadurch versucht immer das Maximale aus sich herauszuholen. Als ich dann zu den Bartbroauthors kam, und ich so viel Zuspruch für meine Person und mein Buch bekommen habe, war das ein sehr positives Erlebnis. Verwandten und Freunden kann man bei der Einschätzung der Arbeit nicht genug trauen, vor allem wenn sie so oder so nicht so viel Ahnung von Büchern haben. Auch das Gefühl, dass andere noch viel mehr Potential in mir sehen und auch wecken, finde ich unglaublich motivierend.

Timo: Was hast du weiteres geplant?

Manuel:

Der zweite Teil der Normalreihe ist bereits fertig. Auch der dritte Teil ist in Arbeit, aber noch am Anfang. Das vierte Buch bekommt ein neues Thema, wird ähnlich schräg, sozialkritisch und humorvoll. Ich werde meinen Stil selbstverständlich bewahren, die Idee halte ich für interessant, aber ich glaube das Buch wird sich wahrscheinlich nicht mehr ganz so stark vom aktuellem Buchmarkt unterscheiden, wie die Normal-Reihe. Ob das vierte Werk nur einen Teil hat oder drei, bin ich mir noch nicht ganz sicher. Ich tippe aktuell auf nur einen Teil.

Timo: Welchen Tipp kannst du werdenden Jungautoren geben?

Manuel:

Schreibt über Themen, die euch wirklich etwas bedeuten, habt Spaß am Schreiben, zwingt euch nicht dazu, nehmt Kritik an, arbeitet an euch, seid perfektionistisch, versucht nicht etwas zu sein, was ihr nicht seid, lest viele Bücher, seid kreativ, inspirieren ist erlaubt, jedoch nicht kopieren, hört auf mit Konkurrenzdenken, sucht euch andere Autoren und arbeitet zusammen, helft euch gegenseitig. Das war jetzt mehr als nur ein Tipp. Ich ergänze, fasst euch nicht zu kurz, sagt alles, was ihr zu sagen habt.

Timo: Wie perfektionistisch bist du?

Manuel:

Ich bin sehr perfektionistisch und eigentlich nie zufrieden. Es ist leider auch immer ein gewisser Horror dabei, wenn man Bücher veröffentlicht und man das Gefühl hat, dass man irgendwo keine 110% geschafft hat oder noch schlimmer, wenn anderen Fehler auffallen, und man erst schlafen kann, wenn sie beseitigt wurden. Es ist meiner Meinung nach auch nötig, denn nur so wird man wirklich besser und hat auch letztendlich mehr Freude am Schreiben, weil die Zeit, in der man sich quält, immer kürzer wird, weil man bei jedem neuen Buch von Anfang an weniger Fehler macht, als beim vorherigen.

Timo: Was machst du in deiner Freizeit?

Manuel:

Zum Ausgleich treibe ich sehr gerne Sport. Ich laufe draußen. Drinnen absolviere ich jeden Tag mindestens ein Workout. Das ist ein perfekter Ausgleich zu der sitzenden Tätigkeit als Autor. Ansonsten beschäftige ich mich gerne mit gesunder Ernährung. Mein Gewürzmüsli und meine Spezialtees sind berüchtigt ;-). Ich sehe mir (zu oft) verschiedenste Serien auf Netflix oder amazon prime an, dabei liebe ich amerikanische Comic-Serien. Animeserien bekomme ich in letzter Zeit häufiger empfohlen. Ich sollte da mal reinschauen, sie könnten mir gefallen. Alle meine Hobbys dienen unabsichtlich als Inspirationsquelle für das Schreiben. Ich finde die Erzählweise von aktuellen Serien häufig so dermaßen innovativ, dass ich versuche diese Anregung auf meine Bücher zu übertragen. Nicht immer kann man Fernsehen auf Bücher übertragen, aber man muss mutig sein. Neben dem Schauen lese ich gerne. Ich bin den meisten Büchern gegenüber aufgeschlossen. Ich bin allerdings kein Fan von Schnulzen oder Horror. Mindestens ein klein wenig anspruchsvoll sollten die Bücher sein und vor allem nicht langweilig. Verrückte Charaktere und überraschende Wendungen sind immer ein Plus.

Timo: Du gehörst zu den BartBroAuthors, kannst du die Community kurz erklären?

Manuel:

Die BartBroAuthors sind ein Autorenverein mit bereits fast 60 Mitgliedern. Dieser Verein ist vom Gründer aus einem Insiderwitz entstanden (ich meine das so mitbekommen zu haben). Deswegen auch der etwas ungewöhnliche Name. Wir Bartbros sind natürlich sowohl Brüder als auch Schwestern. Die Frauen werden als Bartsis bezeichnet. Bei uns unterstützen sich Autoren gegenseitig. Man erhält zum Beispiel richtig gute Schreibtipps, bessere Fähigkeiten mit dem Umgang von Social Media oder auch Covergestaltung und Marketing für seine Bücher bzw. Blogs. Bei professioneller Hilfe bekommt man auch Rabatt (Cover, Korrektorat, Lektorat etc.). Es gibt bei uns nicht nur Autoren, sondern auch Grafiker. Der Gründer ist unter anderem auch Anwalt und berät uns unverbindlich zu rechtlichen Fragen zum Beispiel zum Impressum oder zu Bildrechten. Wir sind außerdem auf Buchmessen vertreten. Um es kurz zu machen: Es wird bei uns so gut wie alles geben, was entfernt mit dem Autorendasein zu tun hat und jedes Mitglied bekommt durch die Beiträge finanziert eine richtig gute Werbeplattform. Jeder, der Spaß am Schreiben hat, gerne über Social Media aktiv ist und gerne andere Autoren unterstützt, kann sich bei uns mit einem lustigen Bartfoto bewerben. Wenn man keinen Bart hat, dann klebt man sich z.B. Luftschlangen ins Gesicht oder was auch immer an einen Bart erinnert. Ich habe mir damals extra fürs Bartfoto eine Bartmütze gekauft. :-D . Guckt euch ein wenig um. Wir haben sehr viele begabte Autoren bei uns. Das war für mich der Hauptgrund, wieso ich vor etwa zwei Monaten den BartBroAuthors beigetreten bin. Ich konnte sehen, dass sie eine enorme Bereicherung sind und das hat sich bis heute mehr als nur bestätigt. Es macht mir einfach Spaß anderen Autoren zu helfen und ihre unterschiedlichen Ideen und Geschichten kennenzulernen. Man lernt so niemals aus und vor allem lernt man unglaublich schnell.

Timo: Willst du noch irgendwas meinen Blogbesuchern sagen?

Manuel:

Ja. Nur ich bin normal! ;-)


 
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